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do, 05.11.2009
endlosschleifen. leben im loop
Eröffnung der Ausstellung 19 Uhr

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matt magazine #3 - release
Prominence given/authority taken

2 | 3 |
Sa 08.03.07, 20 Uhr

mit Gürsoy Dogtas und Ayzit Bostan

matt magazine ist ein Projekt von Gürsoy Dogtas.
Das Künstlermagazin ist eine Synthese aus Fanzine und klassischem Nachrichtenmagazin. Matt magazine kombiniertTextpassagen bekannter Autoren mit Found Footage oder Fotostrecken von Gürsoy Dogtas, die sich wechselseitig aufeinander beziehen. Es verhandelt gesellschaftspolitisch aktuelle Themen, die jeweils um unterschiedliche Ausformungen von Macht kreisen. Titel der aktuellen Ausgabe matt magazine #3 ist Prominence given/Authority taken

Parallel zum release des neuesten Heftes, findet die Eröffnung von matt magazine #3 – die Ausstellung in laden_p.s. statt.
Passend zum Thema Prominencen given/Authority taken gestaltet Gürsoy Dogtas ein setting, das popkulturelle Aneignung und inhaltliche Aushöhlung politischer Begriffe und Zeichen anhand des Anarchismus aufzeigt.
Gürsoy Dogtas stellt uns sein Projekt vor, für musikalische Begleitung sorgt DJ Ayzit Bostan.

Gürsoy Dogtas (*1975) studierte an der Universität Hamburg Kunstgeschichte und Philosophie, Bildende Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und Fotografie am Columbia College in Chicago.




über matt magazine #3:
Das Thema der dritten Ausgabe von Matt Magazine ist das widersprüchliche Verhältnis von Prominenz und Autorität. Während eines Interviews den Douglas Crimp mit Louise Lawler führt, filtert sie folgenden Leitsatz „Prominence given, Authority taken“ aus. Dabei bezieht Lawler sich auf das Verhältnis zwischen ihren Bildern, aber dieser Ausspruch lässt sich auch auf die gesellschaftspolitische Verhältnis von Prominenz und Autorität ausdehnen. Ausgehend von diesem widersprüchlichen Verhältnis werden in vier Kapitel von Matt Magazine #3 die Patt Situation zwischen Prominenz und Autorität entfaltet.

Was sind Hierarchien? Das erste Kapitel kombiniert einen Auszug aus einem Interview von Fons Elders mit Noam Chomski und Michel Foucault mit Fotos von Gürsoy Dogtas. Das Interview: „Human Nature: Justice versus Power“ kreist um das Thema Macht und Gerechtigkeit, während die Fotos eine offizielle Ausstellung der thailändischen Königin im Münchner Völkerkundemuseum zeigen. Einerseits eine erhitzte Diskussion über die menschliche Natur, Staatsmacht und Kapitalismus, andererseits ungenierte royale Selbstdarstellung in goldenem Kunsthandwerk.

Neue und alte Exotismen Walid Raads „Bachar Tapes“ zeigen eine Typologie von Videotapes, die politisch motivierte Entführer an die Presse schicken, um auf Ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Screenshots der „Bachar Tapes“ sind im zweiten Kapitel mit Passagen der Partitur von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ kombiniert. Fragestellungen dieser ungewöhnlichen Kombination sind nicht nur was an exotistischen Vorurteilen bis ins 21. Jahrhundert überlebt hat, sondern, wie Medienformate zur Verstärkung von Botschaften adaptiert und popularisiert werden. Und die Ambivalenz des Prinzips Berühmtheit zwischen den vermummten Gesichtern der Entführer und den komplett bloß gestellten Entführten.

Der Schauspieler und seine Rolle Im dritten Kapitel wird ein Text von Constantin Stanislavski, dem wohl wichtigste Methodologen des Theaters im 20. Jahrhundert, mit Filmstills aus Hollywoodfilmen kombiniert. Klassische Theaterdramaturgie trifft auf kulturindustrielle Unterhaltung des Hollywoodfilms. Der Schauspieler und seine subtile Psychologie der Lifeperformance neben dem gedoubelten Star vor immergleichen Explosionen enthüllt den verschobenen Anspruch, die Prominenz des Schauspielers an so genannte Charakterrollen, die möglicherweise seinen Erkennungswert steigern (damit seine Prominenz erhöhen), zu binden

Politische Fiktion Margaretha Geertruida Zelle alias Mata Hari erlangte ihren legendären Status einerseits durch ihre sensationellen erotischen indischen Tempeltänze andererseits durch ihre Tätigkeiten als Spionin an unterschiedlichen Fronten. Ihre Tagebucheinträge sind mit Fotos von Gürsoy Dogtas kombiniert, die Verbindungsmännern auf Verdacht an Bahnhöfen aufspüren. Meistens werden für die V-Männer aus den Szenen rekrutiert, in denen sie spionieren sollen oder geschulte Polizisten werden mühsam in das „Ziel-Mileu“ hineinverpflanzt. Während Mata Hari Sehnsüchte durch die ihre glamuröse Doppelidentität weckt und damit auch von der staatlichen Verurteilung zum Tod ablenkt, bewegen sich die V-Männer auf Messers Schneide zwischen einer lebensgefährlichen Enttarnung und in ein veritables Abrutschen in die Szene, zu deren Beobachtung sie einen staatlichen Auftrag bekommen haben.
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